Auto, Technik & Leidenschaft

BMW – Händler tut alles für den Markenwechsel

Nun steht im Jahr 2008 mein 120d zur Ablösung auf der Liste, der Leasingvertrag läuft aus und ich bin weit davon entfernt mich auf eine bestimmte Marke festgelegt zu haben. BMW startet mit dem Heimvorteil in das Rennen, ähnlich wie ein US Präsident der zur Wiederwahl antritt, genießt die Marke mit dem Propeller alle Vorteile. Täglich fahre ich ein wunderbares Auto, erfreue mich an der Performance usw. usw. Aber ähnlich wie ein Präsident vor der Wiederwahl, der durch unglückliches Verhalten seiner Administration auf den letzten Metern ins Straucheln kommen kann, bringt mein Händler die „Wiederwahl“ BMW in arge Bedrängnis. Habe ich mich vor einigen Wochen noch lobend über meine Werkstatt geäußert und nur den Verkaufsservice bemängelt, hat die Werkstatt nun nachgelegt.

Beim vom BC geforderten Ölwechsel kurz vor Weihnachten, hat man offenbar den fast leeren Scheibenwaschwassertank mit zu stark verdünntem Scheibenwaschmittel versehen. Die Folge, bei -7°C am 22.12.2007 vereiste die komplette Anlage.

Allerdings wurde dies erst auf der Autobahn deutlich, als kurz hinter Dortmund die schief stehende Sonne in der Früh mich komplett erblinden ließ und ich auch keine Reinigung mehr vornehmen konnte. Nur mit sehr viel Glück konnte ich mich quer über alle Fahrbahnen, den Standstreifen und einer Auffahrtsspur vor einem verheerenden Unfall retten. Die Stelle war zu dem Zeitpunkt schon für fünf andere Fahrer zum Verhängnis geworden, die offenbar in eine bereits bestehende Unfallstelle gefahren waren. Die anschließende Kontrolle auf dem Parkplatz ergab, dass die Anlage bis hoch zum Ausfüllstopfen komplett eingefroren war, so dass sogar der Deckel auf gepopt war.
Als ich am Montag meinen Händler anrief und das Problem bei dem Werkstattmeister angesprochen habe, erntete ich nur Unverständnis. Es sei ein Konstruktionsfehler der Anlage, die wäre im Radkasten dem kalten Fahrtwind stark ausgesetzt, daher könne es zur Vereisung kommen. Man würde grundsätzlich nur BMW Scheibenklar einfüllen, der Antiforstschutz beinhalte. Da die halbe Liter Packung sehr teuer sei und bei alleiniger Verwendung im Tank zu starker Schmierenbildung führen würde, hätte sich viele Kunden beklagt, weswegen man dies meist verdünne. Auf Grund dieser Begründung bin ich Sprachlos gewesen.

Dem Händler, seit fast 20 Jahren hier tätig, ist offenbar nicht bekannt, dass es in diesen Breiten im Winter auch durchaus mal -10 oder gar -15°C haben kann. Wenn der Konstruktionsfehler bekannt, die Werkstatt sich dessen bewusst und die Abhilfe, unverdünntes -45°C Scheibenwaschmittel aus dem Marktkauf für 4,99€/5L zu verwenden, derart einfach ist, dann fange ich wirklich an zu Zweifel ob diese Marke weiter mein Fahrzeug stellen wird. Ich sehe ja ein, dass die Werkstatt gegen einen konstruktiven Mangel wenig unternehmen kann, aber bei derartigen Witterungsverhältnissen den Kunden auf diesen Punkt nicht mal hinzuweisen, ist fahrlässig.

Da der Waschwassertank auch nicht mehr aufgetaut ist, musste ich den Wagen bei meinen Eltern stehen lassen und fahre nun für die nächsten Tage Audi A5. Der Heimvorteil für BMW ist jedenfalls weg. Glückwunsch!

« »